Laufende Kosten
Was eine Tasse Kaffee zu Hause wirklich kostet
Maschine, Bohnen, Strom und Entkalker in einer einzigen Rechnung: so kommen Sie bei zwei Tassen am Tag auf den tatsächlichen Preis je Tasse.

Der Preis auf dem Karton beantwortet die falsche Frage. Was Sie je Tasse zahlen, ergibt sich aus vier Zahlen, die auf keinem Regaletikett stehen: wie lange Sie das Gerät behalten, wie viele Tassen Sie daraus ziehen, was Sie für Bohnen ausgeben und was Entkalker, Filter und Strom im Jahr kosten.
Dieser Ratgeber rechnet die vier Posten nacheinander durch, mit offenem Rechenweg, damit Sie Ihre eigenen Werte einsetzen können. Alle Preise in den Tabellen sind als Rechenbeispiel gekennzeichnet. Sie stammen aus keiner Preisabfrage, und dieses Angebot führt keine Preisdaten.
Die Maschine ist der kleinere Posten, wenn Sie sie behalten
Die Anschaffung auf die Tassen umzulegen ist eine einzige Division, und genau sie wird am häufigsten übersprungen. Eine Maschine für 700 € (Rechenbeispiel), 5 Jahre behalten und zweimal täglich benutzt, deckt 3.650 Tassen ab. Das sind rund 19 Cent Maschine je Tasse. Dieselbe Maschine schon nach 2 Jahren ersetzt deckt 730 Tassen ab, also rund 96 Cent je Tasse, fünfmal so viel für dasselbe Gerät.
Damit verschiebt sich die ehrliche Frage von „ist diese Maschine 700 € wert“ zu „benutze ich sie in fünf Jahren noch“. Geräte mit beschaffbaren Dichtungen, Sieben und Pumpen erreichen die zweite Zahl; ein verklebtes Gehäuse ohne Ersatzteilversorgung erreicht sie selten, unabhängig vom Kaufpreis.
Ein Wiederverkauf verschiebt das Ergebnis ebenfalls. Verkaufen Sie das Gerät nach 5 Jahren für 200 €, sinkt der Maschinenanteil von 19 auf rund 14 Cent je Tasse. Der Rechner für Kosten pro Portion auf dieser Seite nimmt einen Restwert entgegen und zeigt diesen Effekt unmittelbar.

| Kaufpreis | 2 Jahre behalten | 5 Jahre behalten | 8 Jahre behalten |
|---|---|---|---|
| 300 € | 0,41 € | 0,08 € | 0,05 € |
| 700 € | 0,96 € | 0,19 € | 0,12 € |
| 1.500 € | 2,05 € | 0,41 € | 0,26 € |
Jede Zelle ist Kaufpreis geteilt durch (2 × 365 × Jahre), ohne Restwert. 8 Jahre sind in dieser Rechnung 5.840 Tassen, 5 Jahre sind 3.650 und 2 Jahre sind 730.
Bohnen: hier liegt das Geld, und ein Teil davon ist Steuer
Ein doppelter Espresso braucht rund 18 g Kaffee. Aus einer 1-kg-Packung für 22 € (Rechenbeispiel) ergeben sich damit etwa 55 Dosierungen zu je rund 40 Cent. Das ist mehr als das Doppelte des Maschinenanteils aus der Fünf-Jahres-Spalte, und es ist der Posten, an dem sich im Monatsbetrag etwas bewegt.
Kleine Packungen drehen das Verhältnis. 250 g für 7,50 € sind 3 Cent je Gramm und damit rund 54 Cent je Dosierung, also 14 Cent mehr pro Tasse, ohne dass sich am Gerät irgendetwas ändert. Wer den Monatsbetrag senken will, hat in der Packungsgröße den größeren Hebel als in der Maschine.
In beiden Preisen steckt Steuer. Für Röstkaffee setzt § 2 KaffeeStG 2,19 € je Kilogramm an; auf 18 g sind das rund 3,9 Cent, die in jeder Dosierung mitlaufen. Dazu kommt die Mehrwertsteuer: Kaffee steht als Ware des Kapitels 9 in Anlage 2 zum Umsatzsteuergesetz und fällt damit unter den ermäßigten Satz von 7 %, die Maschine dagegen unter die regulären 19 %.
- 18 g je doppeltem Espresso: eine 1-kg-Packung reicht für rund 55 Dosierungen
- 1-kg-Packung für 22 € ergibt rund 0,40 € je Dosierung, 250 g für 7,50 € dagegen rund 0,54 €
- Kaffeesteuer nach § 2 KaffeeStG: 2,19 € je Kilogramm Röstkaffee, also rund 3,9 Cent je 18-g-Dosierung
- Zwei Einstellschüsse bei jeder neuen Packung sind 36 g und damit rund 3,6 % einer 1-kg-Packung

Strom: nachrechnen statt schätzen
Eine Effizienzklasse zum Vergleichen finden Sie auf einer Kaffeemaschine nicht. Vergleichbar wird der Verbrauch nur über die Nennleistung auf dem Typenschild und über die Minuten, die das Gerät tatsächlich heizt. Beides steht in der Bedienungsanleitung oder auf dem Gehäuseboden.
Das Statistische Bundesamt weist für das 1. Halbjahr 2026 einen Durchschnittspreis von 37,97 Cent je Kilowattstunde für Haushalte aus. Mit diesem Satz kostet eine Maschine mit 1.350 W, die täglich 4 Minuten wirklich heizt, rund 33 kWh und damit etwa 12,50 € im Jahr. Auf 730 Tassen verteilt sind das knapp 2 Cent je Tasse.
Der Bereitschaftsbetrieb ist gedeckelt: Nach EU-Vorgabe darf die Standby-Leistung neuerer Geräte höchstens 0,5 Watt betragen, worauf die Verbraucherzentrale ausdrücklich hinweist. 0,5 W rund um die Uhr sind rund 4 kWh und 1,70 € im Jahr. Teuer wird nicht das Warten, sondern das Warmhalten: Ein Gerät, das 12 Stunden am Tag im Mittel 20 W nachheizt (Rechenbeispiel), kommt auf rund 88 kWh und etwa 33 € im Jahr.
| Nutzungsmuster | kWh im Jahr | Kosten im Jahr |
|---|---|---|
| 1.350 W, 4 Minuten täglich heizen | 33 kWh | rund 12,50 € |
| 0,5 W Bereitschaft, 24 Stunden täglich | 4 kWh | rund 1,70 € |
| 20 W Warmhalten, 12 Stunden täglich | 88 kWh | rund 33,30 € |
Die Nennleistung ist ein Höchstwert, und Thermoblock wie Kessel takten. Ein Zwischenstecker mit Verbrauchsanzeige liest deshalb in den meisten Haushalten weniger als diese Rechnung.
Entkalker, Filter und Dichtungen
Verbrauchsmaterial ist der Posten, den die meisten Rechnungen ganz auslassen, und er ist größer als der Strom. Eine Flasche Entkalker für 9 €, die für 3 Anwendungen reicht, kostet bei einem Intervall von 3 Monaten rund 12 € im Jahr. Eine Filterkartusche für 7 €, alle 2 Monate gewechselt, sind 42 € im Jahr.
Zusammen sind das 54 € im Jahr und damit rund 7 Cent je Tasse bei 730 Tassen. Das ist ein gutes Drittel des Maschinenanteils aus der Fünf-Jahres-Spalte und mehr als das Vierfache der Heizenergie, die weiter oben mit knapp 2 Cent steht.
Dichtungen gehören in dieselbe Zeile. Eine Brühgruppendichtung, einmal im Jahr für rund 6 € getauscht, liegt unter 1 Cent je Tasse und verhindert den schleichenden Druckverlust, der sonst als Gerätedefekt gedeutet wird.

Die vier Posten zusammengesetzt
Mit den Beispielwerten dieses Ratgebers, also 700 € Maschine über 5 Jahre, 2 Tassen am Tag, 1-kg-Packung für 22 € bei 18 g Dosierung, 1.350 W mit 4 Minuten Heizen sowie Entkalker und Filter wie oben, liegt ein doppelter Espresso bei rund 0,68 €: 19 Cent Maschine, 40 Cent Bohnen, 2 Cent Strom und 7 Cent Verbrauchsmaterial.
Die Reihenfolge bleibt in fast jedem Haushalt gleich, wenn Sie einzelne Eingaben verändern: zuerst die Bohnen, dann Verbrauchsmaterial und Maschine, zuletzt der Strom. Eine günstigere Maschine rettet keine teure Bohnengewohnheit, und eine teure Maschine ruiniert keine günstige.
Nur das Warmhalten dreht die Reihenfolge an einer Stelle um: 33 € im Jahr sind rund 4,5 Cent je Tasse und schieben den Strom bis an das Verbrauchsmaterial heran. Eine Zeitschaltuhr oder die geräteeigene Abschaltautomatik kostet nichts und nimmt diesen Posten wieder aus der Rechnung.
Vor dem Kauf
- Notieren Sie die Tassenzahl pro Tag, die Sie wirklich trinken, und teilen Sie den Kaufpreis darüber über 5 Jahre, bevor Sie zwei Geräte vergleichen
- Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Dichtungen, Siebe und Pumpe für das Modell einzeln lieferbar sind
- Lesen Sie die Nennleistung vom Typenschild ab und rechnen Sie mit Ihrem eigenen Arbeitspreis je kWh statt mit einem Durchschnitt
- Wiegen Sie eine Dosierung ab und teilen Sie den Packungspreis durch die so ermittelte Zahl der Dosierungen
- Legen Sie ein Entkalkungsintervall fest und rechnen Sie es auf 12 Monate hoch, bevor Sie das Gerät kaufen
- Messen Sie mit einem Zwischenstecker, ob Ihr Gerät im Ruhezustand nur wartet oder tatsächlich heizt
- Setzen Sie einen Restwert in den Rechner für Kosten pro Portion ein, wenn Sie das Gerät später verkaufen wollen
Häufige Fragen
- Ist eine Kapselmaschine je Tasse günstiger?
- Auf den Kaffee gerechnet meistens nicht. Eine Kapsel enthält rund 5,5 g und kostet als Rechenbeispiel 40 Cent; das sind etwa 73 € je Kilogramm Kaffee gegenüber 22 € bei der 1-kg-Packung aus diesem Ratgeber. Die Kapselmaschine ist in der Anschaffung günstiger und im Betrieb teurer, und bei 2 Tassen am Tag holt der Bohnenunterschied den Anschaffungsvorteil innerhalb weniger Monate ein.
- Gehört die Mühle in die Rechnung?
- Ja, und zwar nach derselben Formel wie die Maschine: Preis geteilt durch die Tassen über die Jahre, die Sie sie behalten. Eine Mühle für 250 € über 5 Jahre bei 2 Tassen am Tag sind rund 7 Cent je Tasse. Sie gehört in die Spalte der Geräte und nicht zu den Bohnen, weil sie länger hält als jede Packung.
- Wie viel Mehrwertsteuer steckt in einer Maschine für 700 €?
- Bei 19 % sind rund 111,76 € Mehrwertsteuer enthalten, denn der Nettobetrag ist 700 € geteilt durch 1,19, also 588,24 €. Verbraucherpreise in Deutschland sind Endpreise einschließlich Mehrwertsteuer. Ein ausgewiesener Nettopreis ist ein Hinweis darauf, dass sich ein Angebot an Gewerbetreibende richtet und für Sie noch 19 % dazukommen.
- Lohnt es sich, die Maschine nachts vom Netz zu nehmen?
- Für reines Standby kaum: 0,5 W rund um die Uhr sind rund 1,70 € im Jahr. Für ein Gerät, das sich warm hält, dagegen deutlich, denn 20 W über 12 Stunden am Tag sind rund 33 € im Jahr. Den Unterschied zeigt ein Zwischenstecker mit Verbrauchsanzeige innerhalb eines Tages, ohne dass Sie etwas schätzen müssen.
- Was kostet ein Einstellschuss?
- Rund 40 Cent, also so viel wie die Tasse selbst, weil dieselben 18 g verworfen werden. Zwei Einstellschüsse bei jeder neuen 1-kg-Packung sind 36 g und damit rund 3,6 % der Packung. Eine Waage mit 0,1 Gramm Auflösung ist deshalb die günstigste Verbesserung in diesem ganzen Ratgeber.
Quellen
- Statistisches Bundesamt – Erdgas- und Strom-Durchschnittspreise, Haushaltspreise (1. Halbjahr 2026: 37,97 Cent je kWh) — geprüft am 2026-11-03
- § 2 Kaffeesteuergesetz – Steuertarif: 2,19 Euro je Kilogramm Röstkaffee — geprüft am 2026-11-03
- Anlage 2 zum Umsatzsteuergesetz – Nr. 12: Kaffee, Tee, Mate und Gewürze (ermäßigter Steuersatz) — geprüft am 2026-11-03
- Verbraucherzentrale – Strom sparen im Haushalt: Standby-Leistung neuerer Geräte höchstens 0,5 Watt — geprüft am 2026-11-03
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